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Schweizerische Gesellschaft für Gartenkultur - Société suisse pour l'Art des Jardins - Società Svizzera dell' Arte dei Giardini

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Medienmitteilung i.S. Stimmrechtsbeschwerde von Christian Martin Gutekunst

 

 

 

 

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Rechberggarten

 

 

 

 

 

 

 

 

Nein zum Bauprojekt des Landesmuseums in Zürichs Platzspitzpark

 

Wer in den letzten Monaten den Platzspitzpark besuchte, staunte ungläubig über das ausgesteckte Projekt eines massigen Erweiterungsbaus für das Landesmuseum, das die schöne, unter Schutz stehende Einheit von Park und schlossartigem Gebäude völlig zerstören würde. Die Schweizerische Gesellschaft für Gartenkultur wehrt sich mit einem Rekurs gegen das verfehlte Bauprojekt.

 

Abb1

Abb.1:

Die Baugespanne zeigen, dass die Hauptansicht des Landesmuseums hinter den geplanten Erweiterungsbauten fast vollständig verschwinden würde. Anstelle des Wasserbeckens im Vordergrund käme eine Zufahrt zum Anlieferungslift zu liegen.

   

 

Die Schweizerische Gesellschaft für Gartenkultur hat einen Rekurs gegen die Baubewilligung für Erweiterungsbauten des Schweizerischen Landesmuseums in Zürich eingereicht. Wer die Aussteckung im Park sieht, begreift nicht, dass so ein zerstörerisches, festungsartiges Bauprojekt bewilligt werden soll. Das Baugespann zeigt, was die Behörden zur Zeit der Bewilligung des zur Überbauung der Freihaltezone ermöglichenden Gestaltungsplans nicht wahrhaben wollten: Die Hauptansicht des heutigen Landesmuseums mit seinen vielen Türmchen, Giebeln und Lukarnen wird fast vollständig vom Erweiterungskoloss verdeckt. Der Baubewilligung ist auch zu entnehmen, dass entgegen den Festsetzungen im Gestaltungsplan der projektierte Neubau überhaupt nicht mit dem Konzept des übriggebliebenen, schutzwürdigen Parks in Verbindung stehen würde. Es soll zudem nicht nur der wichtigste, mit dem Museumsgebäude zusammen gestaltete Parkteil überbaut, sondern in allen umgebenden Grünräumen zerstörerischen Nutzungsansprüchen und gartendenkmalpflegerisch verfehlten Änderungsideen stattgegeben werden. Auf die stattlichen, geschützten Ginkgosbäume, die am Scheitel des halbrunden Platzes vor dem Museumshof stehen, nimmt das Projekt keinen Bezug und schon hofft man, dass sie bald eingehen, wie die Bemerkung „Bei Ausfall der Ginkgos: Anpassung des Rasenparterres …“ nur allzu deutlich zeigt.

Das Landesmuseum mit dem für seine Wirkung so wichtigen Platzspitzpark sind Schutzobjekte von nationaler  Bedeutung. Ihrer Beeinträchtigung und der Inanspruchnahme einer Freihaltezone konnten die Behörden nur mit dem Hinweis auf das angeblich noch höher zu wertende, öffentliche Interesse an einer umfangreichen und nur als Anbau möglichen Erweiterung des Museums zustimmen. Nun hat sich aber gezeigt, dass der geltend gemachte Raumbedarf weit überrissen war und das Projekt um gut 1/3 verringert werden konnte und trotzdem noch Räume vorhanden sind, die das Landesmuseum gar nicht selbst zu nutzen plant.

Das Natur- und Heimatschutzgesetz verpflichtet den Bund das Landesmuseumsgebäude mit dem Platzspitzpark möglichst ungeschmälert zu erhalten und zu diesem Zweck Erweiterungsbauten entsprechend zu gestalten oder gänzlich auf ihre Errichtung zu verzichten. Wie verträgt es sich mit dieser gesetzlichen Pflicht, dass nachdem die ersten, weit überrissenen Forderungen nach neuem Raum auf ein vernünftigeres Mass reduziert worden sind, keine grundsätzliche Neuplanung stattfand, sondern einfach dem alten Projekt die Flügel gestutzt wurden? Kann so etwas den verschiedenen Anforderungen gerecht werden? Nach wie vor drängt ein Hauptteil der Erweiterungsbauten bollwerkartig bis in die Mitte der limmatseitigen Allee vor, die noch an die ersten Bestrebungen im 17. Jahrhundert erinnert, aus dem Platzspitz einen schönen Spazierort zu machen. Der vorgesehene, fast bis zur Sihl vorstossende Neubauflügel fällt jetzt zwar weg, der Park gewinnt dadurch aber praktisch nichts. Anstatt dem dortigen Wasserbecken soll eine der wichtigen Zufahrten für Lieferungswagen entstehen.

Das jetzt Vorliegende zeigt aber auch, mit was für falschen Bildern den Bewilligungsbehörden das Vorhaben in den letzten Jahren schmackhaft gemacht worden ist. Der „Gartenhof“ voller Grün entpuppt sich als schattiger Innenhof mit einem einzigen Baum, die in den Park führenden Alleen würden noch mehr als heute für verschiedenste Nutzungen  verstellt und einst beabsichtigte, neue Baumpflanzungen scheitern an wirklichen oder vermeintlichen Sachzwängen. Der Eingangshof, einst vom bedeutenden Gartenarchitekten Evariste Mertens als zum historistischen Museumsgebäude passender Vorgarten gestaltet, wird zum Platz, der eine Aussenbewirtschaftung, Parkplätze, eine Anlieferungszufahrt, vermutlich auch Veloabstellplätze, Taxivorfahrt und sicher weiterhin zwei Treppen zum unterirdischen Bahnhof aufnehmen soll.

Die Schweizerische Gesellschaft für Gartenkultur wehrt sich gegen das einer verfehlten Planung entsprungene zerstörerische Projekt.

 

 

 

Abb2

Abb.2:

Die limmatseitige Allee soll bis in die Mitte verstellt werden. Der Park würde sich dem von der Museumsstrasse herkommenden Besucher erst nach 100 Meter öffnen. 

 

Abb3

Abb.3

Die anhand der Baugespanne in eine Foto hineinskizzierte Masse der geplanten Erweiterungsbauten zeigt, dass der wichtigste Teil des Parks zerstört würde.

 

Fotos und Visualisierungen: Ulrich Ruoff, Zürich

 

 

 

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Juli 2008

 

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